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niedergesetzet, und ihr Gewerbe und Nahrung, mit Ausschließung der Wenden denen sie nicht günstig waren, fortgetrieben haben. Unter  die ersteren rechnet unser Kantzo, Demmin, Wolgast, Anklam und unter die letzteren sind nach dessen Bericht Ueckermünde, Penckun, Freyenwalde, Damm, Grimmen, Bergen, Greifswald, Treptow an der Rega ein zu zählen. Es steht hierbei  leicht zu ermessen, wie das platte Land nach diesem Verhältnis zugenommen haben müsse. Welch eine Menge von Begebenheiten, Gegen-Ständen, Sitten, Staats-Künsten (?), Rechten Gewohnheiten und Satzungen, welche unsere Fremdlinge zu erfinden hatten, nehmen von diesem Zeit-Punkt ihren Ursprung.  Die Slavische  Nation, die von ihren Vor-Eltern weniger Eigensinn und mehr Großmut wie ihre Brüder geerbt, sich auf eine kurze Zeit dem Ziel des deutschen Hasses bloß  zustellen, formte sich sobald nach dem Genie der Deutschen, dass es nach einem kurzen Zeit-Verlauf schwer schien zwei Völkerschaften zu unterscheiden, die vor dieser Vereinbarung weiter nichts als die Gesichter miteinander gemein hatten. Unsere Geschichte setzt dieses glückliche Jahrhundert in großes Licht, indem man angefangen über die Begnadigung der Landes-Fürsten und Beifalls würdige Unternehmungen der Untertanen urkundliche Denkmale auszufertigen, und vielleicht hat die Folge der Zeit aus denen, die annoch verborgen liegen, eine größere Klarheit zu gewarten. Es ist aber bei dem allen zu beklagen, dass von diesen Zeiten keine Nachricht auf uns gekommen ist, welche Dörfer und Flecken die Sächsischen Colonisten angelegt und gebauet haben, indem es in Unterscheidung derselben von denjenigen, welche Slavischen Ursprungs sind bloß auf ein Rätzel der Namen ankommt, oder selbige zum wenigsten doch sehr mühsam aus den Geschichts-Dingen dieser Zeit hervor zu suchen sind, wobei man bei der geringsten Zweideutigkeit still zu stehen Ursachen findet, und wieder zu Mutmaßungen seine Zuflucht nehmen muß. Wir sehen in unsern Tagen unter der weisen Regierung eines großen  F r i e d e r i c h s eine große Zahl von Menschen in dem größten Teil dieses gesegneten Landes den Sitz ihres Glücks aufschlagen. Die Rodungen, welche der weise Monarch seit dem Jahr 1746 in den Heiden seiner Ämter  und Tafel-Güter in dieser  Provinz vornehmen lassen, sind von so glücklichem Erfolg begleitet worden, dass eine unzählige Menge Menschen darin Brot und Unterhalt gefunden haben. Man nennt diese Einzüglinge Pfälzer, von dem meisten Teil derjenigen, die wegen Bedrückung der Religion oder anderer Beschwerungen sich aus ihrer Heimat wegbegeben und in den hiesigen Pommerschen Rodungen niedergelassen haben; ob sie gleich auch mit fremden aus andern deutschen Staaten vermischt sind, die ohne Unterscheid der Religion bei ihnen wohnen. Wir sehen nunmehro in den dicksten Wildnissen die schönsten Dörfer, die sich in der Anlage und Bau-Art von den alten ausnehmend  unterscheiden. Wir finden sie mit Einwohnern besetzt ( S. 83 ) , welche in Sitten  und der Sprache mit unsern Pommerschen Bauren  nichts ähnliches haben. Man trifft ( sie ! )  unter diesen Colonisten Leute von allerhand Gewerk- und Hantierungen an. Es ist keine Seltsamkeit, wenn man bei diesen neuen Wohnplätzen Tanzmeister, Fechtmeister, Perückenmacher  und allerlei  Künstler hinter dem Pfluge hergehen und ihr Feld-Geschäft glücklich treiben sieht. Sie lernen unter dieser Beschäftigung die Betriebsamkeit, deren Mangel sie zu irrenden Rittern gemacht hatte;  und so fehlt es ihnen in diesem Stande auch nicht an Gelegenheit in ihrer Art glücklich zu werden. Unserer Histor aber kündiget diese Bevölkerung in der Zeitfolge eine Veränderung an, und man darf mich nicht unter die falschen Propheten setzen, wenn mir dünkt, dass unsere Nachkommen von dem Pfälzischen Pommern reden und denen dreien merkwürdige Perioden der Pommerschen Völkerschaften die vierte beifügen werden. Alle großen Veränderungen sind denen Flüssen gleich, deren Lauf bei

 

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