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A n m e r k u n g   von  der  Verbesserung  des  platten  Landes  in  Pommern       Seite 1

Es ist bekannt, dass unsere Geschichts-Schreiber diese Provinz nach den Völkerschaften, die sich in derselben niedergelassen haben, und solche in ihrer Nachkommenschaft zum Teil noch jetzo bewohnen, in das Altdeutsche, dass Slavische und Sächsische Pommern einteilen. Unsere Geschichte erhält dadurch drei Absätze, welche dieselbe merkwürdig machen. Diese Altdeutsche Nation, welche eigentlich Wandalen in unsern Geschichtsbüchern genannt werden, haben schon vor Christi unsers Heilandes Geburt und so weit die Geschichtskunde reichet, unser Pommerland bewohnet, und werden zu dem großen Volk der Sveven gerechnet, welche die ganze See-Kante, von der Weichsel an bis Holsteinsche besessen, und sich wieder unter einander nach ihren Regierungen und Wohn-Plätzen durch dergleichen besondere Benennungen unterschieden haben. Nachdem sich aber diese Nation im 5. Seculo bei den großen Wanderschaften und Heerzüge der Völker, wovon unsere Wandalen besonders sehr mitgenommen worden, erschöpft, so sollen letztere ungefähr im Anfang des 6. Jahrhunderts ihre Nachbarn die Slaven zu sich aufgenommen, und beide Nationen durch ein freundschaftliches Band der Vereinigung einen Staat gebildet haben. Man bemerkt aber aus dem Anbau des platten Landes und der neuen Städte, dass die Slaven bei dieser Staats-Verfassung  den Meister gespielt und die alten Einwohner selbst ( S. 81 )  zu ihren Neigungen gewöhnet. Denn die Wandalen hatten weder Städte noch Dörfer, sondern lebten nach Art der alten Deutschen in Hütten, welche sie so oft veränderten, als ihnen ein bequemeres Feld, eine sprudelnde Quelle, ein rauschender Strom und ein lustiger Wald dieser Wechsel anzuraten schien. Unsere Slaven aber haben sich nicht nur in Bebauung des platten Landes mit Dörfern, sondern auch in Anlegung der Städte, welche in der Zeit-Folge zu großen Handels-Plätzen der Welt gediehen, geschäftig erwiesen. Die zum Teil untergegangene zum Teil gering gewordene Städte Wineta, Julin, Acona, Groswin, Carentz, Dodona, Rethre etc. sind davon Zeugen. Micraelius- ( a ) Im alten Pommernlande, pap. 62 / 72 – will zwar behaupten, dass schon vor der Wenden oder der Slaven Ankunft in hiesigen Landen von denen Wandalen erbauten Städte vorhanden gewesen; allein die Reihe welche er von denselben anführte, giebt zu erkennen, dass er sich in der Zeit-Rechnung gar sehr betrogen habe. Denn die Städte Freienwalde, Greifswald, Greiffenberg und Greiffenhagen sind allerst  in dem XIII. und XIV. Seculo von denen Sachsen nach dem Bericht unserer Geschichts-Schreiber erbauet worden,- ( b ) Kanzto in seinem Chron. Msc. v. Schwartz in dem Histor. Bericht vom Ursprung der Stadt  Greifswald, pag.13 ) -mithin ist es eine Unmöglichkeit dass wir ihre  Erbauung denen altdeutschen Wandaliern  zu danken haben können, vielmehr muß der Schluß aus der sattsam bekannten Lebensart der alten Deutschen, dass sie gar keine Städte gehabt haben, in den Geschichten dieses Volks großen Nachdruck behalten – ( c )  Wackenroders altes und neues Rügen, p. 13 u. 15 Cap.3.4 ) – Das zwölfte Jahrhundert aber bleibt in der Geschichtskunde unseres Vaterlandes das allermerkwürdigste, weil die Vorpommerschen Herzöge Casimir und Bogislaf  die durch Krieg und innerliche Unruhen ziemlich verödete Provinz von neuen wieder angebauet und einen Zahlreichen deutschen Adel, wovon der größte Teil aus den Nieder-Sächsischen und Braunschweigschen Landen gewesen, unter der angenehmen und bei den damals üblichen Faust-Kriegen vorteilhaften Bedingung einer Lehnbaren Verbindung zum Anbau wüster Dörfer und verlassener Feld-Fluren ins Land gezogen haben, welche ihre leibeigenen Bauren zu Baurbarmachung dieser Gegenden mit sich brachten. Diesen sind Personen aus Bürgerlichem Stande in großer Anzahl gefolgt, welches die Anlage der Städte beweist, welche sie zum Teil wieder aufgebauet oder neu angelegt, sich darin

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