Home |  Gemeinde |  Tourismus-Info |  Ferienhäuser |  Kirchengemeinde |  Vereine |  Gaststätten |  Unternehmen |  Soziale-Einrichtungen | 

 

Sie befinden sich hier: Geschichte des Dorfes 71 von 72 Seiten

 

<< Zurück Seite 71 von 72 Nächste Seite >>

                                             

Wir sind nun am Ende des langen Leopoldshagen  angelangt, steigen vom Rade und gehen zu Fuß zurück. Uns fällt auf, daß es hier allerlei Geschäfte mit kleinen Schaufenstern gibt. Der Eindruck eines Bauerndorfes, daß Leopoldshagen  ja auch nicht ist, tritt nicht hervor. Früher sollen hier zwar 30 Besitzer ansässig gewesen sein; heute scheint nur noch etwas Kleinbauerntum in diesem Orte zu wohnen.

       Wir stellen auch 3 oder sogar 4 Gastwirtschaften fest. Das Schulhaus, in dem drei Lehrer unterrichten, ist eigentlich nur ein verhältnismäßiger kleiner Bau. Wie man uns erzählt, wohnen im Dorfe viele landwirtschaftliche Arbeiter, wie überhaupt das Haus des „kleinen Mannes“  hier den Vorrang hat. Einige Leute sind auch in den Ducherower Ziegeleien beschäftigt, und wieder andere arbeiten als Baugewerkstätte  in der Umgegend. Früher,  sollen hier auch

       sehr viele Kahnschiffer

wohnhaft gewesen sein, doch ist heute die Zahl dieser Leute bis auf einen geringen Rest zusammengeschmolzen. Das Wesentliche des Dorfes sind also seine vielen einstöckigen Häuser. Seltner ist ein zweistöckiges dazwischen. Der Ort wirkt überhaupt ziemlich neu, und ist es schließlich auch, da er erst annähert 200 Jahre besteht.

       Wenn man mit dem Rade von Bugewitz her gefahren kommt, so fällt einem auf, daß der Boden sich vom feuchten  Gelände auf einmal zum Sandboden verändert. Der Südrand des Dorfes lehnt sich ja auch an einen Kiefernwald an, der diesen Boden haben will.  Wo heute Leopoldshagen steht, hat einstmals das

       Dorf Groneberg (Grüneberg)

gestanden, daß eine besondere Rolle in der Geschichte des Klosters Stolpe gespielt hat und woran uns gleichzeitig deutlich wird, wie ausgedehnt der Besitz dieses Klosters gewesen ist.

       1348 hatte die Stadt Anklam den Zehnten in Groneberg und Heidemühl. 1355 hatte das Stolper  Kloster einen Grenzstreit um die Heide zwischen Groneberg und Mönkebude. Es kam eine Einigung zwischen der Stadt Anklam und dem Kloster zu Stande, worüber noch heute die Urkunde vorhanden ist. Es soll sich um 10 Mark Pacht gehandelt haben. Eigenartigerweise ist jedoch Groneberg selbst nicht unter den Besitzungen des Klosters aufgeführt.

        Wir erbitten uns beim Kirchendiener den Schlüssel und besehen uns das ziemlich lang gebaute  Fachwerkkirchlein, ein Bau, der aus der Mitte des 18. Jahrhunderts stammt. Die innere Ausstattung läßt ein Erinnern an die Rokoko-Zeit  aufkommen und überrascht am meisten durch seinen hübschen Kanzelaltar, der in Braun gehalten ist und woran das kgl.-preußische Jnitial mit der Krone in Gold am meisten auffällt.

       Ueber der Kanzel befindet sich die dieser Zeit sehr typische Strahlensonne. Alles macht in der Kirche einen sauberen Eindruck und gefällt uns sehr. Das Schiff trägt einen Dachreiterturm. Die Kirche steht in einer hübschen Anlage von Kastanienbäumen, und vor der Breitseite des Schiffes steht das in sehr einfachen Formen gehaltene Kriegerdenkmal. Der Geschichte nach ist Leopoldshagen das

       jüngste  Dorf im Kreise Anklam

und hat es bis heute trotzdem zu einer Einwohnerzahl von über 1100 Köpfen gebracht. Das Dorf als solches ist eine Gründung König Friedrichs II. von Preußen, der im Jahre 1778 die Weisungen ergehen ließ, die wüsten Feldmarken wieder von Menschen und nicht von wilden Tieren bewohnt wissen zu wollen. Dazu berief der Rat der Stadt Anklam 30 Familien. Das Bauholz wurde geschenkt, und in der Zeit von 1748 - 1752 entstand an der Stelle des alten Grüneberg das Dorf Leopoldshagen. Die Kirche ist auf Wunsch des Königs erachtet; der Bau erfolgte von 1754 - 1755; ein eigener Pfarrer kam jedoch erst 1763 nach hier. Bis zu dieser Zeit wurde der Gottesdienst von den Pfarrern zu Bargischow und Kagendorf gehalten.

 

<< Zurück Seite 71 von 72 Nächste Seite >>



 
Öffentlich Bekanntmachung
Aktuelle Informationen
Geschichte des Dorfes



  Copyright  ©  2005 Gemeinde Leopoldshagen | Webmaster | powered by SPEICHERHOSTING.COM TOP