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Dn: Pastor solches Geld unter der Vorsteher Verzeichniß, um damit die Einnahme zu justificiren, welches Geld sodann, gleich allen andern publiquen KirchenGeldern bis zur zinßbahren Bestätigung in den KirchenKasten zu asservieren ißt, sowie ad Tit: 6 sub B. gedacht worden.

                                                                 Tit. 10

                                                            Kling Beutel

       Die KlingBeutel bleiben wie ad Tit: 7 erwehnet worden, beständig in der Kirche hangen, und behalten ihren Ort beym Altar, neben dem KirchenStuhl, worinnen die Vorsteher ihren angewiesenen Standt haben. Diese Vorsteher sind gehalten, alle Sonntage, im gleichen auch alle Fest- und BußTage sooft gepredigt wird, mit denen KlingBeutel umzugehen, solches in Gegenwart der Gemeinde nach vollbrachter Expedition in einem Tuch zu schütten und aufs Altar zu legen. Wenn der GottesDienst völlig geendigt ist, wird das gesammelte Geld aufgezählt und jedesmahl die Summa davon in ein Büchlein notiert, wornegst dH. Pastor das Geld zur Verwahrung in der KirchenLade zu sich nimmt, und erteilen die Vorsteher beym Schluß des Jahres, nach Inhalt ihres spezial Registers, ein general Attest vom eingegangenen Klingbeutel Gelde, um damit solche Posten in der Einnahme justificieren zu können.

                                                           Tit. 11

                                             Begräbniß und Geläut

      Der Priester, samt Frau und Kinder, imgleichen die Priesterwitwe, genießet ein freyes Begräbnis in der Kirche, und wird dahero nichts bezahlet werde für die GrabStelle, noch für das Geläut. Gleichergestalt wird auch dem Küster, und denen verordneten KirchenVorstehern zu Leopoldshagen  und Kalckstein, wie nicht minder derselben Frauen und unverheyrateten Kindern, ein freyes Begräbniß auf dem KirchHofe zugestanden, und empfänget die Kirche bey ereignenden SterbFällen nichts, so wenig für die GrabStelle, alß für das Geläut. Für eine Grabstelle in der Kirche wird von denen Einwohnern zu Leopoldshagen, Kalckstein ohne Unterschied bezahlet 3 Rthlr.

Für eine GrabStelle auf dem KirchHof empfängt die Kirche:

a) für eine große Person … 12 gl...

b) für ein Kind unter 12 Jahr … 8 gl

Wenn bey Beerdigung der Leiche, das geläut verlanget wird, so werden für jeden Pulß, es kom’t die Leiche in der Kirche, oder auf dem KirchHofe zu liegen, an Kirchengebühr bezahlt… 4 gl…

      No.3: Pulßgehen auf eine Stunde

Für Ziehung der ScheidelGlocke wird ohne Unterschied an KirchenGebühr bezahlt, für jeden Pulß….4 gl… Stirbt ein Frembder , so nicht zur Gemeinde gehöret, und will zu Leopoldshagen  beerdiget seyn, wird das Duplum vor notierter Gebühren erleget, insofern er des Vermögens ißt; Welches Pastor Loci, mit denen Vorstehern der Kirche pflichtmäßig zu untersuchen hat. Wird aber die Leiche eines Verstorbenen Frembden Menschen nach ein anderes Kirchspiel gebracht, werden die Gebühren überhaupt auf der Kirchen Anteil bezahlet mit…1Rthr 8 gl. Diejenigen Persohnen so notorisch arm sind, genießen die GrabStelle auf dem KirchHofe umsonst. Wenn 2 Leichen zu gleicher Zeit aus einem Hause beerdigt werden, so werden die Gebühren dafür üblichermaßen gedoppelt bezahlt, wenn gleich auch beyde Leichen einem Wirth betreffen; sollten aber die Leuthe so solche bestatten lassen, arm und dürftig seyn, so werden die Gebühren nur einfach bezahlet. Kinder so vor der Taufe sterben, werden ohnentgeltlich, in aller Stille zu Grabe gebracht. Bey LeichenBegängnißen werden alle Gastereyen gäntzlich eingestellet; sonst aber sind die DorfsEinwohner schuldig bey einer anzustellenden LeichenProcession sich zur Folge mit einzufinden, und hat der Prediger sie dazu allesernstes anzumahnen. Die Aufrichtung der Kreutzhölzer bey denen GrabStellen, gleichwie auch die Einfassung der GrabStellen mit Brettern, imgleichen die Aufrichtung eines Pfostens mit einem Schilde bleibt gäntzlich eingestellet. Wird eine LeichenPredigt begehret, kan’ der Priester dessen nicht entziehen, und werden ihm sodann die Gebühren dafür, so wie infra versehen ist, besonders bezahlt. Gefällt es der Gemeinde zu Kalckstein ihres Orts, zu Beerdigung ihrer Leichen das zum KrichHofe ausgemitteltes Revier bey zu behalten, kan’darunter zwar nachgegeben werden, jedoch muß keine Leiche eher zur Erde gebracht werden, bevor die in dieser Matrikul feststehende Gebühren, sowohl für die Kirche alß für den Prediger und für den Küster berichtigt worden, und zwar bey ein rthaler Strafe, so jedes mahl neben denen fixierten Gebühren zum besten der Kirche zugleich mit beyzutreiben ißt; es wäre denn, dass armuths halber ein FreySchein a Dn: Pastore ertheitet worden.

                                                         Tit. 12

                                               Kirch und Kirchhof

       Das KirchenGebäude wird auf Kosten der Kirche in gutem Stande unterhalten, und gleichergestalt muß auch der KirchHof, da solcher zur Zeit noch unbewohnet liegt, überall aus KirchenMitteln tüchtig und gut bewahret werden, so wie es nach Beschaffenheit der Lage am convenabelsten befunden wird. Alß weshalb die Unterhaltung ebenmäßig auf Kosten der Kirche geschieht: nur müssen in beyden Fällen, die zur Kirche gehörige beyde Dorfschaften, mit denen erforderlichen Fuhren und Handdiensten dergestalt assistiren, dass Leopoldshagen  auf 2/3tel Kalckstein hingegen auf 1/3tel concurrieren, worauf die Vorsteher der Kirche vorzüglich zu sehen haben; gleichwie auch dass der KirchHof zu seiner Zeit, und wenn davon kein Gebrauch zu machen, in denen Zugängen stets mit guten festen Thüren versehen sey, anbey vom Küster wohl verschlossen gehalten werde, damit kein Vieh darauf komme, und Schaden veruhrsache, zumahlen nach Königlicher allergnädigster Verordnung, auf dem KirchHofe eine hinlängliche Anzahl guter MaulbeerBäume gepflanzrt und bestens gewartet, anbey auf derjenigen Seite, welche dem meisten Regen und Sturm exponieret ist einige Linden ausgesetzet werden sollen. Das KirchenFluhr gleichwie auch die KirchenStände, und was zum KirchenOrnat an Leuchter p.p. gehöret, wird vom Küster jedesmahl, vor Aufhebung des Gottesdienstes rei und gut geputzet; Ins besondere bey anfallenden hohen FestTagen.

                                                           Tit. 13

                                               Anstoßung der BethGlock

       Mittags um 12 Uhr wird vom Küster die BethGlocke nach üblicher Gewohnheit gestoßen, und im gleichen geschieht auch des Nachmittags, alß nehmlich von Fastnacht bis Martini um 5 Uhr, von Martini aber bis Fastnachten, um 4 Uhr; sonst wird auch die BethGlocke des Morgens gestoßen und zwar im Sommer um 7 Uhr, im Winter aber um 8 Uhr, damit die SchulKinder davon zugleich ein Signal haben, dass es Zeit sey, zur Schule zu gehen.

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