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Rep. 38 b Anklam                   Nr. 852                     Exhib: Stettin den 17. April 1760 Allerdurchlaucht: pp

Es legte der Magistrat zu Anklam in seinem Stadteigentum ein neues Dorf Nahmens Leopoldshagen 1749 an, und es gaben sich zu diesem Bau … (unleserlich)30 Familien an, welche alle Mecklenburger sind, der Magistrat versprach uns 40 Morgen Landung ind 30 Morgen Wiesenwachs, welche letztere wir 2 mahl des Jahres mähen können, und wir sollten Frey – Jahre haben. Uns war als Ausländer so wenig der Grund und Boden bekannt, als dass wir wussten dass die Morgen in hiesigen Landen nur so klein wären, und da uns der Magistrat die Sache so leicht vormachte, dass wir die Pächte von der Vieh – Zucht nehmen können; so mussten wir uns bequemen, dass wir nach geendigten 12 Frey – Jahren 50 rthl. jährl. Pacht geben wollten. Es hat sich aber nunmehro gestellt, dass wir, weil das Land in drei Classen getheilt ist, wir in jedem Schlage 8 Scheffel aussäen können, und was das meiste, so ist in dem einen Schlage vieles Torff – Land, in dem 2ten kaltes … gründiges, und in dem 3ten Sand und rothe Erde, auf dem Torff – Land vergehet der eingesäte Rocken gänzlich; auf dem … Grund wachsen nur Wind Halme, und auf dem Sand verscheidet durch die Sommer Hitze mehr als die Hälfte, und von dem Sommer Korn können wir uns nicht rühmen, einmal die Einsaat wieder zu bekommen, dahero wir alle Jahre die theure Saat Kauffen und in die Erde bringen müssen, und gewinne nichts als Unkraut, denn was auch noch der schlechte Erdboden hervorbringt, wird durch den Wild Fraß verdorben, mit denen Wiesen ist es ebenso, denn statt sie 2 mahl zu mähen, wie uns versprochen, können wir sie nicht einmahl ordentlich des Jahres mähen, denn wir müssen gantze Plätze, worauf wegen des rostigen ? Torffes nichts wächst, liegen lassen und Wiesen pachten, wovor wir jährlich 30 rthl. Pacht geben müssen, damit uns das Vieh nicht tod hungert. Es fehlt uns also an allem, denn von der Vieh Zucht können wir nichts nehmen, weil es am Futter fehlt, und des Sommers hat unser Vieh gleichfalls nicht Gras genug, in dem die Hütung im Gebüsche und Busch, die so bewachsen, dass vor die Belaubung das Gras nicht seinen Wachsthum haben kann, und diese dicke Belaubung ist uns überdem auch schädlich, indem alle Jahre uns viel Vieh ertrinket, welches man sonst noch retten könnte, wenn es in der Dichte gleich gefunden werden könnte. Da nun aber unsere Frey – Jahre nach dem ersten Anschlage 1761 zu Ende sind, so müssen S. Königl. Majestät wir hiermit unsere Noth vortragen, und allerunterthänigst anzeigen, dass wir nicht imstande sind, nach geendigten Frey – Jahren  ein jeder 50 rthl. Pacht jährlich zu erlegen, denn die Pächte können doch nur nach der Abnutzung bestimmt werden, wir haben aber schon oben erwehnt, dass wir an Land und Wiesen nicht so viel haben, als uns versprochen worden, und das was wir noch haben, wegen der schlechten Beschaffenheit des Landes nicht nutzen können, und überdem sind rund 30 Familien welche, wenn die Weyden auch noch so gut wäre, alle Pächte nicht würden davon nehmen können, wir sind also nicht imstande, eine solche Pacht jährlich zu entrichten, oder wir müssten in wenigen Jahren wieder mit dem Bettelstab aus dem Land gehen, welches Schicksal aber vor uns hart sein würde, indem wir in der Intention in die Königl. Preuß. Lande gekommen sind, um uns darin ehrlich und redlich zu ernähren und keinem zur Last zu fallen, dahero bitten wir allerunterthänigst:

1.    Dem Magistrat zu Anclam anzubefehlen, uns ordentliche Contracte zu geben, weil wir dergleichen zur Zeit noch nicht haben, damit wir wissen, was ein jeder von uns zu practiren hat,

2.    aber zu verfügen, dass nach geendigten Frey – Jahren wir nicht mehr so hohe jährliche Pacht von 50 rthl. Geben dürffen, sondern dieselbe wo nicht weiter, doch zum wenigsten auf die Hälfte zu lindern, dabay aber auch sodann festzusetzen, dass wir von allen anderen Abgaben, Oneribus (Lasten) und Abfuhren befreyet sind, alle, welche letztere wir ohnedem nicht zu verrichten imstande sind, weil wir wegen fehlendem Futter und Korn keine Pferde halten.

3.    Uns zu erlauben, dass wir das mit Rusch und Busch annoch bewachsene Bruch ausrohden können, damit wir mehrere Weyden bekommen, und auch nöthiges Brennholtz haben, weil wir das Bau Holtz … vor Geld von andern Orten künftig kauffen müssen.

                                  Euer Königl. Majestät pp

                                 Sämtliche Colonisten der Entreprise

                                 Leopoldshagen .

( Aus den Originalquellen Wortgetreu übersetzt in der alten Rechtschreibung )

 

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