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In 6 Jahren waren insgesamt 525 ha Sumpf- und Waldgelände trocken gelegt bzw. urbar gemacht worden. Am Sonntag nach Trinitatis 1755 wurde auch die Dorfkirche eingeweiht. 1763 wurde dann ein Prediger eingesetzt. Er bekam für 255 Taler einen Hof gegenüber der Kirche. Das Kirchenland 6 Magdeburgische Morgen  in zwei Stücken geteilt, wurde von den Bauern mitbearbeitet. Der Pastor erhielt im Jahr 45 Taler. Schon 1748 wurde ein Küster, mit Namen David Meyer, von den  Anbauern bestellt.

       Eine spätere Eintragung in den Kirchenbüchern aus dem Jahre 1755 besagt folgendes: „ . . . wenn sich herausstellen sollte, dass die gefälligen Gebühren nicht ausreichen, um seine Familie zu ernähren, dann sollte man bei künftiger Besetzung dieser Küsterstelle darauf achten, dass ein solcher vorzüglich begabter Küster benannt werde, sondern auch zu einer besseren Existenz eine im Edikt vom 20.11.1722 bekannten Handwerkern erlernt hat.“ Hebungen (Entlohnung) des Küsters: von jedem Hof erhält er jährlich an Martini (11.11. D.A.) einen Scheffel Hafer (Berliner Maß) , aus Leopoldshagen, von den Höfen in Kalkstein ½  Scheffel (Berliner Maß) … Aus der Kämmerei zu Anklam erhält er jährlich 10 Taler, aus Leopoldshagen dazu jährlich 1 Taler und zu den Festtagen je 2 Groschen aus dem Klingelbeutel …“ Zu dieser Zeit bestand Leopoldshagen  nach Brüggemann (1777, S. 9) aus „  1 Prediger, welchem 1 Bauernhof mit  einem Bauernhaus gegeben worden ist, einem Küster, 29 Bauernhöfen, 39 Büdnern, unter welchem der Krug zugleich mitbegriffen ist, einen Schmied und der zur Anklamer Synode gehörigen Mutterkirche, zu welcher die Colonie Kalkstein ,die  Holländereien Kuhlerort und Holzwärterei  Mörkerhorst, welche ¼ Meile von Leopoldshagen gegen Norden , nahe zum Haff auf der Feldmark des Dorfes Leopoldshagen  liegt und der Stadt Anklam gehörte, eingepfarrt ist. Die hiesigen Bauern, welche ihre Höfe mit Ausschießung des Hofes, welche den Predigern gehört, mit den Äckern und Wiesen für eine gewisse Erbpacht besitzen, geben weder Kontribution noch Nebenmodus und leisten keine Naturaldienste. Der Acker ist torfig, die Wiesen liegen an dem Haffbruch, die Weide ist in der so genannten hohen Heide und in dem Haffbruch tief und auf der Feldmark befindet sich etwas Eisenerde, welche aber unbeträchtlich ist.“

       Durch diese Gründung wurde Leopoldshagen Straßendorf. Auf der einen Seite lagen die Bauernhöfe, ihnen gegenüber die 30 Büdnerstellen mit kleineren Parzellen. Die Grundstücke mussten an die Rentenbank bezahlt werden, auf 66   2/3 Jahren wurde getilgt. Die großen Höfe verkauften im 19. Jahrhundert größtenteils ihre Vorderwurten, so dass eine 3. Hausreihe entstand (Hinterreihe), die sich an die Büdnerseite anschloss.  1837 gab es in der Gemeinde 1 Schulhaus, 71 Privatwohnhäuser und 3 Windmühlen. 646 Einwohner in 104 Familien bewohnten den Ort. Berghaus (1865, S. 281) gab um 1860 eine Größe von 3326 Morgen und 147 Ruten für die gesamte Feldmark an.

Ackerland                                         1158 Morgen   102 Ruten

davon: Roggenboden                         865     ---        178    ---

             Sandboden                            292     ---        104    ---

Hof-, Bau-, und Gartenstellen              42     ---          47   ---

Wiesen                                              1896     ---        30    ---

ertragloses Land                                130     ---         147   ---

Zu diesem Zeitpunkt gab es in Leopoldshagen  1 Kirche, 2 Schulhäuser, 2 Gemeinde- und 1 Armenhaus. 316 Privatgebäude (darunter 204 Wohnhäuser) 218 Familien mit 1069 Einwohnern bewohnten den Ort, darüber waren unter anderem 281 schulpflichtige Kinder (5 – 14 Jahre), 2 Frauen über 80 Jahre, 1 Prediger, 2 Schullehrer, 1 Heilgehilfen, 1 Hebamme.1905 war Leopoldshagen  als jüngstes Dorf mit 1048 Einwohnern zugleich auch das größte des Kreises Anklam. Es hatte folgenden Viehbestand: 107 Pferde, 408 Stück Rindvieh, 4 Schafe. 963 Schweine, 72 Ziegen. Die Gesamtfläche des Ortes betrug 865 ha, darunter 326 ha Acker und 495 ha Wiesen und Weiden.

Die Nutzfläche war in folgende Besitzformen aufgeteilt:

Bis 2       ha: 75 Eigentümer bearbeiteten 51 ha

2 – 5       ha: 19       ---                   ---           64 ha

5 – 20     ha: 22       ---                   ---         215 ha

20 – 100 ha: 15       ---                   ---         535 ha

Außerdem gab es im Ort 3 Maurer, 2 Zimmerleute und 2 Fischer.

 

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