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Die Anklamer Stadtforst von Forstmeister Otto Dudy, (Hoheheide) ;                       Seite 2

Schöpfwerken und zahlreicher Entwässerungsgräben das Bruchrevier vor Überschwemmungen gesichert ist wird es Aufgabe der Forstverwaltung sein, den Anbau wertvoller Holzarten zu betreiben, an Stelle der fast nur Brennholz erzeugten Birken und Erlenbestände.

       Die Hohe Heide, umfassend die Försterei Heidemühl und Leopoldshagen , hat durchweg Sandboden, stellenweise mit Unterlagen von Lehm, so dass hier Eichen und unmittelbar bei Hoheheide sogar Buchen gedeihen; im übrigen ist die Kiefer Hauptholzart, die Fichte nur auf frischeren Bodenpartien forst- und gruppenweise beigemischt.

       Für die Kiefer ist ein 100-jähriger Umtrieb festgesetzt, es werden Kahlschläge vorgenommen. Recht günstig ist hier der Umstand, dass auf diesem die Stubben durch Selbstwerber restlos gerodet werden, wodurch einmal die Anlage der neuen Saatstreifen bedeutend erleichtert wird, vor allen Dingen wird aber verschiedenen forstschädlichen Insekten, besonders den Rüsselkäfern, die Brutstätte entzogen.

       Die Neubegründung des Nadelholzbestandes erfolgt dann in der Weise, dass auf      50 – 60 Zentimeter  breiten Streifen, mit einem Abstand von 1,20 Meter von Mitte zu Mitte, der Bodenüberzug entfernt und der mineralische Boden dann mit Hacken oder Motorfräse aufgelockert wird, und zwar im Herbst damit der Winterfrost weiter lockernd und zermürbend wirken kann.

      Im zeitigen Frühjahr wird dann der Kiefernsamen mittels Maschine eingebracht, und zwar je Hektar 2 Kilogramm. Die Fichte wird in der Hauptsache als 3 – 4-jährige Pflanze, besonders auch zum Auspflanzen von Bestandeslücken und als Nachbesserung in Kulturen eingebracht.

       Der Absatz des eingeschlagenen Holzes findet in der Hauptsache durch öffentliche Versteigerung statt, für den Lokalbedarf auch durch freihändigen Verkauf. Leider sind die Nutzholzpreise in den letzten Jahren recht niedrig gewesen, während die  Brennholzpreise annehmbar waren.

       An Arbeitskräften werden das ganze Jahr hindurch 19 – 12 Mann im Walde beschäftigt, für den Holzeinschlag in den Wintermonaten kommen noch 20 – 30 Mann hinzu, Einwohner der nächsten Dörfer, die im Sommer mehr oder weniger in der Landschaft tätig sind.

       Die städtischen Wiesen erbrachten in den letzten Jahren geringe Pachten, große Flächen blieben unverpachtet, so dass sich die Stadt entschloss, im Frühjahr 1934 im Diebsteigsviertel einen Block von 30 Hektar mit Fichten aufzuforsten. (Arbeitsbeschaffung, es wurden 2369 Arbeitslosentagewerke geleistet).

       Der Wildstand, besonders an Rotwild, ist zur Zeit so groß, dass er sich für den Wald schädlich auswirkt. Da ist es dann unvermeidlich geworden, neu angelegte Schonungen, besonders in der Heide, mit einem Gatter zu schützen, weil das Wild sonst nichts gedeihen lässt.

       Für die Staatsforsten ist kürzlich die Verfügung herausgekommen, dass in Revieren, welche das wertvollste Nutzholz erzeugen, überhaupt kein Rotwild gehegt werden darf, in den anderen Revieren nur ein den Waldverhältnissen angepasster Wildstand an Hochwild, Rehen und sogar Hasen geduldet werden darf, eine Maßnahme, die auch für die Kommunalforsten segensreich wäre. Außer Rotwild findet sich auch das für die Forsten absolut nützliche Schwarzwild ziemlich zahlreich im Revier, Dammwild nur in wenigen Stücken. Der Bestand an Rehen ist ebenfalls gut, und an sonstigem Niederwild gibt es noch Hasen, Fasanen Rebhühner, Enten und Birkwild. Seit unbestimmbarer Zeit horstet in der Heide ein Fischadlerpaar, welches sich absoluter Schonung erfreut, und im Bruch horstet seltene Raubvögel, Rohrweih, Kornweih und schwarzer Milan.

       An Nebennutzungen aus der Forst ist zu erwähnen, dass der Torfstich, der etwa bis um die Jahrhundertwende noch regelmäßig betrieben und dann eingestellt wurde, in den Kriegs- (1. Weltkrieg) und den ersten Jahren der Nachkriegszeit noch einmal in Betrieb genommen war, um dann wohl endgültig als erledigt zu gelten.

       Die Rohrnutzung hingegen, welche seit einigen Jahren wieder in eigener Regie betrieben wird, bringt eine ziemlich sichere, wenn auch bescheidene Einnahme.

       Endlich sei noch der Beerenernte gedacht, von denen die Blaubeere hauptsächlich in Frage kommt, da die Preißelbeeren nur an einigen Plätzen gedeihen, während Blaubeerkraut eigentlich überall den Waldboden der Heide bedeckt. Die Ernte beginnt meistens Ende Juni, es werden 300 – 400 Erlaubnisscheine ausgegeben und dürfte sich die Ausbeute jährlich auf 1000 – 1200 Zentner beziffern.

       Im Bruch fehlen Beeren fast gänzlich, auf jungen Schlägen findet sich höchstens die Himbeere. Die Blaubeere in der Heide steht jedenfalls an erster Stelle und bedeutet für die Bevölkerung der umliegenden Ortschaften eine beachtliche Einnahmequelle.

Qu: - Die Anklamer Stadtforst, von Forstmeister Otto Dudy

          Aus dem Buch „Der Kreis Anklam“ S. 72 – 74

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