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Leopoldshagener und Kalksteiner  Schulgeschichte von 1748 – 1930                      Seite 10

Immer noch sehr niedrig. In einem Zeitgenössischen Bericht heißt es:

„ Die meisten Eltern schicken ihre Kinder nur, weil sie müssen, nach der Schule, weshalb diese dann auch in der Regel nur lesen und nur ausnahmsweise etwas schreiben und rechnen lernen ……….. . Ein anderer Grund der mäßigen Volksbildung liegt in den Schulen selbst, in denen mangelhaften Einrichtung. Einmal ist der Schullehrer in pekuniären Hinsicht so schlecht gestellt, dass er von dem geringen Gehalt nicht anders leben kann, als wenn er ein Handwerk nebenbei treibt, wodurch der Unterricht sicher nicht gewinnt; sodann sind in der Regel mehrere Güter oder Dörfer im Schulverband, so dass die Kinder bei schlechten Wegen, auch wenn sie wollen, aus den entfernten Dörfern die Schule nicht besuchen können; im Sommer wird ohne dem nicht viel vom Schulunterricht, weil die Kinder, sobald sie das neunte oder zehnte Jahr erreicht haben, als Hirten bei Gänsen, Schweinen usw. … , vermietet werden …… Noch trauriger sieht es mit der Moral bei der arbeitenden Klasse aus. Die Leute sind fast ausnahmslos diebisch und ebenso traurig sich es mit der Sittlichkeit aus. Es leben viele Knechte und Mägde in wilder Ehe, weil es zu schwer ist, einen Hausstand als verheirateter Tagelöhner zu unterhalten ………….“ ( 26)

Ein Beispiel für die Entlohnung im Nachbardorfe Kalkstein ist aus dem Jahre 1849 erhalten. Der Lehrer erhielt damals;

  1. freie Wohnung
  2. unentgeltlich Nutzung von einem Morgen Gartenland, zwei Morgen Wiese, einen Morgen und 105 Quadratruten Acker und zwei Kuhweiden
  3. jährlich vier Klafter Holz, für die er den Slaglohn selbst bezahlen muß. Das Holz wurde frei angefahren
  4. um Martini das Holzgeld zum Heizen für die Kinder
  5. das gesetzliche Schulgeld von den Eltern der Kinder
  6. von der Gemeinde mindestens 40 Taler jährlich

Der Lehrer war damit kaum besser gestellt als ein Tagelöhner.

Er war gezwungen, einen großen Teil seiner Zeit für die Bearbeitung des Deputatlandes zu verwenden, damit er überhaupt leben könne. Darüber hinaus war er gleichzeitig Küster und übernahm gegen geringe Gebühr das Leuten der Glocken und Orgelspielen. ( 27 )  Im Jahre 1848 war der um ca. 1780 geborene Altsitzer Christian Heinrich Viebcke Kirchen und Schulvorsteher in Leopoldshagen. ( 28 ) Zwischen 1850 und 1860 wurde in Leopoldshagen  ein zweites Schulgebäude errichtet und ein zweiter Lehrer eingestellt. 1861 werden zwei Schulen genannt, in denen zwei Lehrer insgesamt 281 schulpflichtige Kinder von 5 bis 14 Jahren unterrichteten. Außer aus dem Dorfe selbst kamen die Kinder aus Kuhlerort, ein Holländerei, und aus den Forsthäusern Mörkerhorst und Zartenstrom. ( 29 )

„ Regulierung der Abgaben des V i e b c k e s c h e n  Bauernhofes 27 Februar 1854;

  1. 1 Scheffel Hafer
  2. 1/3 einer Wurst ( die 2/3 erhält der Pastor )
  3. 4 Eier
  4. 1 Pfennig Courant oder 1/288 Rtl. ( so genanntes Pröwegeld )
  5. 1 Brot ( genannt Glockenbrot )
  6. eine Holzfuhre, sowie die Reihe trifft für das Deputatholz “

                                         

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