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Leopoldshagener und Kalksteiner Schulgeschichte 1748 – 1930                               Seite 9

  1. Öffentliche Prüfungen: In den Katechisationen, so den Sommer hindurch in der Kirche geschehen.
  2. Aufmunterungsmittel: sind nicht, und Strafen sind, wenn die Ermahnungen zum Guten nicht angewandt werden, die gewöhnlichen, nämlich Schläge.

Über die Zustände des Schulwesens im benachbarten ( Mecklenburg ) berichtet der Justizrat von T ü r k  im Jahre 1794:     ( 23 )

„ Invalide Soldaten, verdorbene Schneider, Wirte und Bediente legen den ersten Grund zu der Bildung oder eigentlich zu der Verbildung, zum unausbleiblichen Verderben der Jugend …........   Notdürftiges Lesen und Schreiben- weiter ward in der Regel von einem solchen Manne nichts verlangt. So ohne eine Bildung, ohne Kenntnisse, ohne auch nur einen Begriff zu haben, was es heißt Kinder zu unterrichten, sie zu Menschen zu bilden, von Leidenschaften beherrscht, oft in Unordentlichkeit und Unreinheit heranwachsen, von Bigennutz veranlasst, ja selbst von der harten Notwendigkeit Nebenerwerbszweig zu betrachten, greift der Mann das schwere Werk der Menschenbildung an ……………… Man versetze sich einmal in eine solche Schule. Eine verpestete Luft kommt uns gleich beim Eintritt entgegen; diese und die größte Unreinlichkeit empören schon unser Gefühl; Der Schulmeister, der elende, ärmliche, unwissende, dem Reinlichkeit, wahre Zucht und Ordnung, dem die Gefühle der Menschlichkeit  fremd sind, auf dessen Gesicht sich der Widerwille und die Langeweile seines Geschäftes mit unverkennbaren Zügen darstellen, mit der Nadel oder gar mit dem Webstuhl beschäftigt, lässt nun die Kinder buchstabieren.

Als Beispiel für die Einkünfte eines Schullehrers im Jahre 1810 seien jene des Schullehrers in Ganschendorf im nahen Kreise Demmin genannt :  ( 24 )

Er erhielt: 8 Scheffel 2 Metzen Roggen

                   4 Scheffel 2 Metzen Hafer

                   400 Ruten Acker

                   2 Fuder Heu

                   Gras und Heunutzung vom Kirchhof

                   1 Garten und freie Wohnung

                   Wiesen von 10 Ruten

                   Freie Weide für 2 Kühe, 2 Gänse, 2 Schweine, 6 Schafe mit Nachwuchs

                   30.000 Stück Torf

                   30 Taler Gehalt

                   12 Taler aus der Kirchenkasse

                   von jeder Familie 8 Groschen

                   für das Stoßen der Betglocke 24 Ruten Kartoffelland  und 2/4 Leinsamen.

Im Jahre 1837 wird in Leopoldshagen  ein Schulhaus erwähnt, während es 1861 bereits zwei Schulgebäude gibt ( 25 ). Im Jahre 1847 wurde die bisherige Anklamer Stadtschule in ein Gymnasium umgewandelt. Nunmehr konnten die besten Schüler aus Leopoldshagen , jedoch auch jene weniger guten, deren Eltern besser bemittelt waren und die höheren Schulgelder bezahlen konnten, in Anklam das Abitur ablegen und später auf die Universitäten gehen. Jedoch waren es im 19. Jahrhundert nur sehr wenige Leopoldshagener, die am Anklamer Gymnasium lernten. Kaum einer legte das Abitur ab. Der Stand der Volksbildung war in Vorpommern um die Mitte des 19. Jahrhunderts

                                                                                              

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