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Leopoldshagener Dorf und Kirchengeschichte unter König Friedrich II. von Preußen (2)

       Diese Betriebsgröße war bei der schlechten Qualität des Bodens- es wurden im Durchschnitt ein Scheffel je Morgen ausgesät- sehr ungünstig. Nach 12 Freijahren sollten die Kolonisten im Jahr 50 Taler an die Stadtkasse zahlen, daneben hatten sie jährlich 12 Fuhren mit 4 Pferden zu machen, vorwiegend Holzfuhren aus der Heide. Die Einlieger erhielten einen Morgen Land für Hof und Garten. Sie waren ebenso wie die Kolonisten bis 1761 abgabenfrei, danach zahlten sie jährlich zwei Taler Grundgeld. Zu den weiteren Vergünstigungen, die die Ansiedler erhielten, zählten die Befreiung vom Militärdienst für einige Jahre, freies Bauholz. Äcker, Gärten und Wiesen waren Erbzinsgut (8). Das Leben der Kolonisten und Einlieger war sehr hart. Besonders die erste Generation litt gewöhnlich große Not. Allgemein hieß es:

                                                                           Die erste Generation arbeitet sich tot,

                                                                           die zweite leidet Not,

                                                                           die dritte findet ihr Brot.

Trotzdem: Wer einmal Fuß gefasst hatte, blieb und holte oftmals Verwandte und Freunde nach (9). Der Sommer 1748 war so heiß, dass alle Rodungsarbeiten erlahmten. Der Winter 1748/49 war dafür extrem kalt. In den Hütten froren die Getränke ein, im freien zersprangen die Äxte (10). Trotz aller Widrigkeiten waren die Arbeiten im Jahre 1752 im wesentlichen abgeschlossen und am 1. November 1752 waren bereits 39 Familien ansässig (11). Der Chronist der Stadt Amklam, S t a v e n h a g e n , scheint mit der Gründung des Ortes nicht einverstanden und schreibt: „Die Kämmerei hat hierdurch ein Landgut mehr erhalten, aber auch einen Eichenwald und seine Einkünfte aus der Eichelmast verloren, sie hat in der Tat mehr verloren als gewonnen.“ (12) Der Chronist B e r g h a u s drückte ebenfalls sein Bedauern über die Rodung des Hochwaldes bei der Ansiedelung  des Dorfes aus. Er schrieb (13) : „Betrachtet man das Tableau des Hochwald-Areals, so wundert man sich, nur eine so kleine Fläche, wie es 122 Mg. sind, einem Eichenbestande zu sehen. Im 18. Jahrhundert war das anders. Noch im Jahre 1748 fand man jenseits der Bugewitzer Mühlenbäche bis zur Mönkebudischen Grenze am Rande des heutigen Kreises Ückermünde, einen düstern Wald von den ältesten Eichenbäumen, und auch die Schwalken-Heide bei Bugewitz enthielt einen kostbaren Schatz von Eichen, lauter Denkmäler vieler vorherge-gangener Jahrhunderte, zusammen genommen auf einem Raume von mehr als 4000 Mg. Dieser große Eichenwald ist damals verschwunden. Friedrich der zweite legte auf seinen Domainengütern Colonien an und veranlasste grundangesessene Städte, auch Besitzer ritterschaftlicher  Güter, ein Gleiches zu tun; denn er rechnete ganz richtig so: Je mehr Menschen, desto mehr Steuern giebt’s !  Der Magistrat von Anklam folgte des König-Herzogs Beispiel,- auf Befehl. Er legte die Colonien Leopoldshagen  und Kalkstein an; er gewann zwar zwei Landgüter mehr, büßte aber auch einen großen Eichenwald ein und seine Einkünfte aus dem Schiffsbauholze und der Eichelmast.“ Die Kolonisten von Leopoldshagen  wurden anfangs „die Hoheheider“ bzw. „Grünberg“ jene in Kalkstein „die Schalckenheider“ genannt. Dies änderte sich erst ab März 1752,als Friedrich der zweite den neuen Ort zu Ehren des Feldmarschalls  Prinz Leopold Max von Anhalt, einen der fünf Söhne des „Alten Dessauers“ benannte (14).

Als am 5. Dezember 1750 Prinz Moritz von Anhalt-Dessau im Auftrage des Königs den Stand der Arbeiten besichtigte, trugen ihm die Kolonisten eine sehr ernste Bitte vor:

 

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