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Leopoldshagener und Kalksteiner Schulgeschichte von 1748 – 1930                         Seite 7

werden, sofort und ohne alle Widerrede zu der unter dem 16. v. M. festgesetzten Strafen anzuhalten habe. Wegen einer Unterstützung aus dem Meliorationsfonds von 100.000 Taler und wegen der Schulgeldfreiheit in den Colonistendörfern, wird sich der Magistrat erkundigen. Pastor G e n s i c h e n,  Torgelow, zeigt an, dass nur in Blumenthal, wo eine lutherische und eine reformierte Schule ist, der Staat für jeden Schulhalter 40 Rtl. Gehalt jährlich zahlt, dafür werden die Schüler frei unterrichtet, Sommer und Winter. Die Beihilfe aus den Meliorationsgeldern ist verteilt. Vielleicht werden noch einmal Gelder bewilligt, man möge sich dann melden. Wir haben zu Eurem Eifer für das gemeine Beste das gnädige Zutrauen dass Ihr jetzt schon alles tun werdet, dass die Sommerschule eingerichtet werde.

                         Kgl. Konsistorium, Stettin 25. Mai 1784. “

In einem Bericht aus dem Jahre 1788 heißt es zum Schulwesen der Landgemeinden;(20)

Hindernisse, die der möglichen Verbesserung und Vollkommenheit der Landschulen von seitens ihres äußerlichen Zustandes im Wege stehen, sind meines Erachtens folgende:

  1. dass die Schullehrer zum Teil gar nicht, zum Teil äußerst schlecht und nur in wenigen Fällen besoldet sind, sich darum aus Not und Nahrungssorgen gedrungen sehen, ihr Handwerk öfters emsiger zu treiben als die Schule abzuwarten.
  2. dass die Schullehrer größtenteils nichts vorbereitet und Seminarus zu ihrem Amte tauglich gemacht sind und sich bei ihrem jämmerlichen Einkommen auch selten gute Subjekte entschließen, so kümmerliche Dienste anzunehmen, der irgendwomit sonst sein Brot verdienen kann.
  3. dass an manchen Orten gar keine Schulhäuser oder doch nur solche vorhanden sind, wo sich in der einzigen Schulstube auch zugleich das gesamte Hauswesen zusammen befindet, wobei es denn auch an den augenscheinlichsten Störungen beim Unterricht nicht fehlen kann.
  4. dass an den meisten Orten keine Fonds vorhanden, armen Kinder eine Freischule und außerdem noch die nötigen Schulbücher unendgeldlich zu schaffen.
  5. dass das nötige Freiholz an manchen Orten gänzlich, an andern zum Teil fehlet, und der Bauer mehrmals gar zu schwierig ist, dem Schulhalter das bewilligte Fuder Holz anzufahren.

Hindernisse, die der Verbesserung des inneren Zustandes im Wege stehen;

  1. dass nicht an allen Orten gleiche und recht gute und brauchbare Schulbücher bei dem Unterricht eingeführt sind.
  2. dass es öfters an nötiger weltlicher Unterstützung fehlt, um Eltern, die sich durch alle Ermahnungen des Predigers nicht bewegen lassen, ihre Kinder zur Schule zu halten oder wenigstens nicht dahinzubringen sind, sie doch die Sommerschule besuchen zu lassen, mit Zwang zu ihrer Pflicht anzuhalten.
  3. dass der Unterrichtsstunden an den mehrsten Orten zu viele, wodurch der Gesundheit der Kinder nicht wohlgeraten ist, auch ihre Lust zur Schule sehr geschwächt wird.
  4. dass der Aufmunterungsmittel zu wenig und manche Strafen mit dam Geist einer vernünftigen Pädagogik nicht verträglich sind, wie z. B. das Nachsitzen.“

 

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