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Leopoldshagener und Kalksteiner Schulgeschichte von 1748 – 1930                         Seite 5

„ Hochzuehrender  Herr Kämmerer;

Der Kgl. Befehl vom 24. Januar gibt mir die Gelegenheit, die Beschaffenheit des Schulunterrichts in dieser Gemeinde Ihnen vorzustellen, welcher gewiss so schlecht ist, als vielleicht in keinem anderen Orte. Er besteht darin, dass die Kinder von Weihnachten oder einige wenige, die mehrenteils freigehalten werden, von Matini an bis höchstens 8 Tage vor Ostern zur Schule kommen.In den übrigen ¾ Jahren wird an gar kein Schulgehen gedacht. Alle Ermahnungen und Vorstellungen in öffentlichen Vorträgen und besonderen Unterredungen, die sonst wohl bei anderen noch Eingang finden, sind in dieser Gemeinde ganz fruchtlos und in den Wind geredet. Die Leute denken und sagen „Wir sind freie Leute und können mit unsern Kindern machen, was wir wollen.Von Anlegung der Colonie an ist keine andere Einrichtung unter uns eingeführt worden.“ Und so bleiben sie hierin gerne bei dem alten, berufen sich auch darauf, dass in anderen Colonien Freischulen wären, widersetzen sich geradezu, ihre Kinder zur Schule zu schicken weil sie selber sie zu Hause unterrichten könnten und sind auch dabei geblieben. Noch heute musste ich es von einem hören, dessen Tochter ich jetzt einsegnen sollte: „ Er wollte seinen Kopf zum Pfande setzen, wenn er im künftigen Winter seine Tochter zur Schule schicke.“ Bei einer solchen Denkungsart helfen nach meiner 6 – jährigren Erfahrung all solche Vorstellungen nichts. Vielmehr breiten sich Unwissenheit und Laster immer weiter aus. Da in der nächsten Woche die Schule auseinander geht, so bitte ich im Voraus Anstalten zu treffen, dass dies nicht geschieht; denn wenn die Kinder erst einmal aus der Schule sind so werden sie nicht wieder hineinzubringen sein. Wenn der Rat es verlangt, werde ich die Anzahl der schulpflichtigen Kinder melden, auch monatlich berichten, wie viele  derselben zur Schule gekommen sind, bis die Sache erst in Gang gekommen ist. Zugleich verspreche ich nach Pflicht und Gewissen, mit gütlichem zureden und Ermahnungen fortzufahren, bedürftige Kinder freizuhalten, auch selbst wöchentlich einige Stunden Unterricht zu geben. Nur bitte ich um das eine, wozu ich nichts tun kann, nämlich die Kinder in die Schule zu bringen und sie auf die von Ihnen beliebten Weise anzuhalten, dass sie darin bleiben. Ob das wird zustande kommen? Wie ich die Gemeinde kenne, ist das nicht wahrscheinlich, doch will ich mich freuen und gerne geirrt haben, wenn ein besseres Schulwesen, zuerst auch nur im kleinen, stattfinden sollte.  

                              Leopoldshagen  den 25. März 1784  v. Scheven,  Pastor. “

Der Dorfschulze W e g e n e r  und der Gerichtsmann Johann K r ü g e r  richten ein Schreiben an den Rat zu Anklam;  ( 17 ) Text:

Die Verordnung wegen Verbesserung der Schule ist uns bekannt gemacht und vorgelesen worden. So gerne wir diesen Befehl in allen Stücken nachkommen wollten und so gut es auch für unsere Kinder wäre, wenn sie mehr unterrichtet und zur Schule gehalten würden, so haben wir dazu nicht viel Hoffnung. Ob wir gleich als Eltern für den Unterricht und Erziehung der Kinder sorgen müssen, so befinden wir uns doch in solchen Umständen, dass wir dieser Pflicht nicht so, wie wir                                        

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