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ihrem  Ursprung  fast unmerklich ist in der Entfernung des Abflusses aber einen schiffbaren  ( sie ! ) Strom vorstellet, und sich in viele Äste und Seen verbreitet. Welche Verschiedenheiten in den Sitten und der Mundart wird diese neue Völkerschaft nicht unter unsere Einwohner streuen? Und was für ein Mittelding von zwiefachen Gemütsneigungen wird nicht aus der ehelichen Vereinigung eines plumpen Pommerschen Bauren mit einer artigen Pfälzerischen entstehen? Tacitus beschreibt uns die Deutschen, so lange sie nicht aus ihrem Geschlecht heiraten, als weise Leute- ( d ) Tacitus de moribus gemanorum) - , wie viele halbe Zigeuner aber giebt es nicht heutiges Tages unter denselben ? Und der jenige würde auf eine ganz feine Art  Rassen, welcher hiervon den Grund anderswo, als in der Zeigung und Vermischung mit fremden Völkern und Geschlechtern, suchen wollte. Man kann hieraus das Vorurteil gewisser Bürger in kleinen Städten, welche sich niemalen außer ihren Familien verheiraten, einigermaßen rechtfertigen, obgleich an diesem Verfahren auch der Geiz und die Missgunst ihren Anteil haben. Unsere Richter-Stühle erhalten durch diese neuen Anlagen neue Gegenstände zur Baurteilung; und eine Lehre die an sich in der Theorie keinen Rechtsgelehrten verborgen bleiben kann, wird am ersten durch diese neuen Einrichtungen in Pommern zur Übung gebracht. Durch ganz Deutschland sind die Erbzinsgüter bekannt genug; In Pommern aber  hat es vor diesen angelegten Rodungen keine gegeben, welchen man diese Benennung beilegen können. Unsere Pommerschen Dörfer sind entweder Lehn- oder Allodial-Güter, wenn wir sie nach dem jetzigen Zustande betrachten. Sogar die Schultzen-Gerichte, welche in einigen Ämtern und Adlichen-Dörfern gefunden werden, sind eine Art von After-Lehnen und in ( S. 84 ) in Absicht der Königlichen  Ämter eine Gattung von Baur-Lehnen. Denn der Schultze ist zu gewissen Diensten verpflichtet, die nachhero versilbert und zu Gelde gesetzt werden. Er oder sein Nachfolger muß bei erfolgter Veränderung des Lehn-Herren oder seiner selbst muten und die Bestätigung seines Schultzen-Hofes suchen. Kurz es trifft alles bei ihm ein, was ein Lehnmann gegen seinen Lehn-Herren zu beobachten schuldig ist, weswegen sie sich auch vor Lehn-Schultzen schelten lassen. Die Verpachtung wüst gewordener Adlicher- Güter auf viele Jahre, unter der Bedingung einer gänzlichen Verbesserung des ausgezehrten Ackers haben zwar einige Ähnlichkeit mit dem Erbzins-Gütern. Diese aber verschwinden wenn man bedenkt, dass es, im Grunde betrachtet, doch nur ein Pacht bleibet, der auf so viel Jahre ausgesetzt wird, als es dem Eigentums-Herren zu Erreichung seines Zwecks gefällig ist, und keine Art des Eigentums dadurch auf dem Pächter vor sich und seine Erben der Genieß-Brauch vor ein festgesetztes Jahr-Geld von dem Eigentums-Herren verschrieben wäre, so ist solches nur wie ein Erb-Pacht anzusehen, welcher bekannten Rechten nach von einem Erbzins-Contract sehr weit unterschieden ist. Die Veräußerung der Mühlen und Schmieden, welche zuweilen an Leute von diesem Handwerk um sich von den Bau- und Besserung-Kosten zu befreien, von den Herrschaften verkauft werden, müssen, wie ein vollzogener Kauf und Handel beurteilt werden. Die Käufer können selbige wieder veräußern, und den Herrschaften steht dabei kein Recht zu, wenn sie sich solches nicht im Contract vorbehalten und ausbedungen haben. Es ist also in Pommern außer unsern neuen Rodungen nichts, was den Schein eines Erbzins-Gutes behaupten könnte. Denen Urhebern der Rodungen wird der Erbzins-Contract von der hiesigen Königlichen Kriegs- und Domänen-Kammer vor sich und ihre Erben, gegen Erlegung eines Verhältnißmüßigen Erb-Zinsen, welcher aber nur nach verfügter Beurbarmachung seinen Anfang nimmt, ausgefertiget, die Bedingungen, worunter er das Werk antritt, demselben beigefüget, und hiernächst derselbe von Sr. Königl. Majestät bestätiget.

Ich füge meinen Anmerkungen folgendes Verzeichnis dieser neuen Wohn-Plätze bei, es ist zwar noch nicht vollständig, ich behalte mir künftig vor den Abgang zu ergänzen. ( S. 85 )

-         Aus J.C. Dähnerts Pommersche Bibliothek

-         Vierter Band / Drittes Stück /

-         Für den März Greifswald 1755

 

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